easyJet stimmt Übernahme durch Castlelake zu

06.07.2026 PS
easyJet Airbus A320neo
easyJet Airbus A320neo (Foto: Airbus)

Nach monatelangem Widerstand hat der Verwaltungsrat von easyJet dem fünften Übernahmeangebot des US-Investors Castlelake grundsätzlich zugestimmt. Noch sind einige regulatorische Hürden zu überwinden.

Die akzeptierte Offerte liegt bei 6,90 Pfund je Aktie und bewertet easyJet mit rund 5,2 Milliarden Pfund (rund 5,5 Milliarden Franken). Weil das europäische Luftfahrtrecht eine Mehrheitskontrolle durch EU-Bürger vorschreibt, kann Castlelake als US-Fonds die Billigairline nicht allein übernehmen. Der Investor kooperiert deshalb mit den ehemaligen Luftfahrtmanagern Peter Bellew (ex-CEO von Malaysia Airlines, früher bei easyJet) und Mark Breen von Oneiros Aerospace, die zusammen 51 Prozent der Übernahmevehikel-Anteile halten sollen.

Als möglicher weiterer Partner wird Air France-KLM genannt. Sollte der Konzern tatsächlich einsteigen, würde aus einer reinen Finanzinvestoren-Übernahme eine industrielle Konsolidierung mit Signalwirkung für den europäischen Markt insbesondere im Duell mit Ryanair.

Castlelakes Geschäftsmodell sieht den Einstieg in Sondersituationen vor mit anschliessender Stabilisierung und späterem Wiederverkauf zu einem höheren Preis. Bei SAS wurde dies bereits erfolgreich durchgespielt. Vieles deutet darauf hin, dass der Fonds auch bei EasyJet keine langfristige Beteiligung anstrebt, sondern auf eine Wertsteigerung mit Exit-Perspektive setzt. Für die operative Ausrichtung und Flotte dürfte das kurzfristig wenig ändern, für die Governance-Struktur aber entscheidend sein, sobald die EU-Eigentümervorgaben final geklärt sind.

Castlelake muss seine verbindliche Übernahmeabsicht bis zum 3. August finalisieren. Bis zum Vollzug sind noch einige regulatorische Formalitäten zu klären.

Skynews

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